Samstag, 20. Juni 2009

Kürzer treten

Am Montag bereiteten wir alles für die Woche in Hamburg vor, die am Dienstag starten sollte.

U.a. waren noch drei Maschinen Wäsche zu waschen, womit ich - da ich den ganzen Tag unterwegs war - erst mit Timer abends anfangen konnte. Um halb elf waren wir zuhause, und da war die Maschine auch fertig.

Dom hatte sich ein neues MacBook gekauft und war im Wohnzimmer am einrichten, da das neue MacBook schon aus arbeitstechnischen Gründen mit nach Hamburg musste.

Also zog ich los, mich um die Wäsche zu kümmern.
Im Keller trat ich ins Wasser. Das war nicht gut. Wäsche war fertig und trocken. Beim Aufhängen hatten sich meine Augen an das nicht so helle Licht gewöhnt, und ich sah, dass die 20 qm Keller zur Hälfte nass waren. Der Waschmaschinenschlauch, aus dem das Wasser abläuft, geht in ein Waschbecken, das war voll und übergelaufen. Abfluß verstopft.

Ich fing an, die Fluten mit einem Schrubber richtung Bodensiel zu schippen (und fragte mich, warum es da nicht von allein hingeflossen ist, wie das eigentlich der Plan ist). Nach 20 Minuten wunderte sich Dom, wo ich bleibe und kam (auf Sandalen) in den Keller. Ich schickte ihn wieder rauf, ein Bodentuch holen (und nicht noch nasse Füße kriegen) - sein Angebot, mir zu helfen, lehnte ich ab, weil ich wußte, dass er noch eine Weile braucht, um das MacBook fertig zu machen. Und wir wollten ja früh aufstehen am Dienstag. Also brachte er mir das Wischtuch, und ich fing an, die Reste aufzuwischen und mich immer wieder vors Siel zu knien, um das Tuch auszuwringen.

Genau als ich beschloss, mehr nicht mehr tun zu können, Fenster waren auf, den Rest musste die frische Luft erledigen, wurde mir schlecht und ich hockte mit stechenden Unterleibschmerzen auf dem Boden. Da wußte ich, das war zuviel.

Den Rest des Abends war Dominik sauer, dass ich nicht Bescheid gesagt habe, und ich habe mich auch über mich selbst geärgert.

Die Schmerzen wurden etwas weniger, aber weg waren sie nicht. Also beschloss ich, am nächsten Morgen nochmal bei der Frauenärztin vorbei zu schauen. Mal gucken, ob alles okay ist. In der Nacht wachte ich dreimal aus dem gleichen Albtraum auf (Baby verloren, Vorwürfe statt Trost) - und dermaßen motiviert fuhr ich dann morgens nicht wie geplant Sperrmüll wegbringen, sondern zum Arzt. Dort musste ich zwei Stunden warten, während die Stiche wiederkamen. Ich hatte lange zwei Stunde Angst im Wartezimmer - dann die erlösende Nachricht: Nichts passiert.

Florily sitzt aufrecht in der Gebährmutter, strampelt mit Armen und Beinen (merk ich aber noch nix von) und winkte wieder wie wild. Als ob es sich schon freut, irgendwann raus zu dürfen :-)

Und das Versprechen, nächstes Mal wieder am guten großen Ultraschall zu gucken und auch ein neues Foto zu kriegen, gabs auch.

Und den dezenten Hinweis, mich etwas zurück zu nehmen (die Schmerzen kamen von der Belastung, Bänder waren wohl überdehnt im Unterleib).

Seitdem läßt Dom mich nicht mal mehr ein Buch tragen ;-) Ich glaube, ich muss das Treppenhaus auch nicht mehr putzen (das war am Sonntag nämlich auch ein bißchen viel).

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